Monatsarchiv: Oktober 2012

Eine ruhige Woche liegt vor mir

So, die schlimmsten Klassen sind gerade auf Klassenfahrt oder haben Projekte. Daher ist es relativ ruhig.

Ich musste auch feststellen dass die Schüler eine neue Taktik entwickelt haben um mich zu nerven. Die war allerdings arg durchschaubar und ich habe nach dem zweiten mal schon den Braten gerochen und meinerseits eine neue Taktik „entwickelt“.

Die Schüler arbeiten am PC und tun dann so als würden sie rumsurfen anstatt zu arbeiten und kichern rum und gucken verstohlen zu mir rüber. Ich stehe in dem Fall natürlich auf um zu schauen was die treiben und – haha- die arbeiten an Powerpoint oder Word und recherchieren für den Unterricht.

Wie gesagt das System war nach dem zweiten Mal durchschaubar. Wer wirklich was „verbotenes“ tut der ist meist hochkonzentriert und versucht keine Aufmerksamkeit zu erregen. Heute wars dann wieder soweit. Die fingen damit an als ich zurückgegebene Bücher einsortiert habe. Ein kurzer Blick auf den Bilschirm zeigte mir eine PowerPoint Präsentation. Ich habs also erstmal ignoriert. Als mich dann 5 Augenpaar anstarrten guckte ichlangsam rüber und fragte „Ist was?“ Da ich keinerlei Anstallten machte aufzustehen kam ein kurzes Gemurmel und die Hälfte der Gruppe trollte sich dann schnell aus der Bibliothek.

Zwei Hartnäckige wollten es nun genauer wissen und zogen diese Show nochmal ab. Da sie die einzigen in der Bibliothek waren ermahnte ich nur kurz wegen der Lautstärke und tippte weiter Schülerdaten ins System (die neuen Fünftklässler geben die Anmeldezettel klassenweise ab. Ganz schön viel Tipparbeit). Die beiden gaben nicht auf. Einer von beiden wurde todesmutig und rief plötzlich „Ey, Frau Chefin! Hier geht was nicht“ Wtf? Soviel Respektlosigkeit treibt selbst mir die Wutröte ins Gesicht.

„Fällt es dir so schwer dir einen Namen zu merken oder andere Menschen mit Respekt zu behandeln?“

Mit einer solchen Ansprache hat er nicht gerechnet und druckste plötzlich rum, wurde rot im Gesicht und stotterte eine Entschuldigung.

„Und wenn ihr nun nix sinnvolleres zu tun habt als hier Zeit totzuschlagen dann geht bitte bevor ich eurem Klassenlehrer einen Besuch abstatte“

Hastig wurden Materialien zusammengesucht, die Stühle zurückgestellt und mit einem halblauten „Tschüss“ gingen die beiden dann raus.

Sowas hasse ich!

Aber das ärgert mich heute nicht so sehr denn ich habe einen neuen Thermosbecher! Nicht irgendeinen! Nein! Die/Den/Das (?) City Mug von Emsa. Ein Traum in rot. Absolut dicht und der Kaffee war um 9 Uhr noch heiß obwohl er da schon fast 3 Stunden im Becher war.

Prost!

 

 

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Wie verhext

Nun, da es auf die Herbstferien zu geht ist hier alles wie verhext.

Kollegen sind krank, werden nicht richtig ersetzt, es fehlt Personal und wer da ist wird zum Gegenstand von Obrigkeits-Geplänkel. Kinners, so machts keinen Spaß.

Eine Vertretung die von mir schon zweimal eingearbeitet wurde hat gestern behauptet er hätte nur eine minimale Einführung bekommen und wisse quasi nix über die Abläufe.

Nachdem dann am Montag einige Schüler völlig respektlos meinten rumprollen zu müssen zogen bei mir arge Gewitterwolken auf.

Man wird mit „Ey, Chefin!“ angesprochen. Computer werden mutwillig zerstört. Essenreste werden unter Bildschirme geklemmt. Meine Schmerzgrenze ist innerhalb von 3 Stunden berghoch überschritten worden.

Ich musste Überstunden machen und war abends völlig fertig.

Gestern habe ich ein bischen Freizeit genutzt und bin eine Stunde lang Katas (Formenlauf im Karate) gelaufen und habe den Kopf wieder frei bekommen. Es half mir etwas und ab heute gehts wieder. Schüler die in den Pausen rein kommen und keine Bücher ausleihen, anschauen, verlängern möchten fliegen raus. Ich mache mehr Rundgänge und lasse mir zeigen woran die Schüler arbeiten. Ein Schüler meinte heute noch ich sei ja unglaublich streng geworden. Ich sagte ihm er könne sich bei seinen Mitschülern bedanken. Wenn heute Lehrer reinkommen höre ich oft ein erstauntes „ist ja noch ruhiger als sonst“.

Ich werde nun auch hoffentlich wieder öfter ins Blog schreiben und wieder etwas entspannter werden. Ein etwas gefrusteter Blogeintrag heute aber das musste auch mal geschrieben werden dafür ist mein Blog auch da. Um mich mal etwas auszukotzen.

Ich wünsche euch trotzdem einen wunderbaren Tag, der Herbst zeigt sich heute ja sehr sonnig und ich freue mich schon darauf heute abend noch etwas Sonne auf der Terrasse zu tanken :0)

Eure Kampfbibliothekarin

 

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Unniedlich

So lange schon habe ich nichts geschrieben? Asche auf mein Haupt. Ich gelobe Besserung!

Zwei kränkelde Kampfzwerge, Projekte in der Schule, defekte Laptops und ein Drucker der es sich zur Aufgabe gemacht hat mich zum Wahnsinn zu treiben, hielten mich vom bloggen ab.

Nun ist etwas Zeit ins Land gegangen, die Tage werden kürzer und ich muss gestehen dass eine Fünftklässlerin extrem unniedlich geworden ist.

Nennen wir sie Bibi. Bibi ist ständig in der Bibliothek und ist immer und jeder Zeit Königin! Sie ist die wichtigste im Raum – basta!

Bibi kennt kein Flüstern, kein Bitte, kein Danke und die Redewendung „einen Moment“ scheint ihr in ihrem Leben bisher noch nie begegned zu sein.

Ihr Organ quakt vom hintersten Regal bis nach vorne zur Theke.

„Frau Kampfbibliothekarin! Kannst du mir mal kurz helfen?“

„Geht der Drucker nicht?“

„Ich brauche ein Katzenbildchen“

Sie plappert, quäkt und trompetet ohne Unterlass.

Ich fragte mich schon länger woher dieses Kind das hat. Ich weiß es nun!

Königin Bibi betrat mitsamt Ranzen die Bibliothek und setzte mich lautstark davon in Kenntnis dass sie hier Hausaufgaben macht und wartet.

Soweit klar. Plötzlich klingelt ein Handy ohrenbetäubend! Wtf??

Bibi kramt umständlich in ihrem Ranzen und nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie das plärrende Teil endlich rausgekramt. Ich war schon aufgestanden um sie daran zu erinnern dass Handys generell verboten sind aber sie war schon laut telefonierend die Tür raus. Ich also hinterher. Madame plapperte mit Mutti. Sie wollte wissen wo Bibi ist und wann sie abgeholt werden möchte. Man einigte sich auf viertel nach drei.

Tschüssi, Bussi, Bussi

Ich machte die kleine Königin aufs Handyverbot aufmerksam daraufhin bekam ich ein lapidares „Ist ein Notfallhandy, meine Mama sagt das darf und muss imemr an sein.“

Ich zählte innerlich langsam bis 5 und ging zurück in die Bibliothek.

QUAK „Wieviel Uhr is denn?“

„Bibi, bitte leise sprechen! Es ist 14:35 Uhr“

TRÖÖÖT „Sagst du mir um viertel nach drei Bescheid?“

„Jaaaa-haaaaaaa“

PLÄRRR „Wie spät?“

„14:45 Uhr und wenn du noch einmal so laut hier drinne rumbrüllst wartest du draußen auf deine Mutter.“

Ungelogen, Bibi kam alle 3-5 min. dann zur Theke und fragte nach der Uhrzeit. Die Tatsache dass wir eine große Uhr in der Bibliothek hängen haben drang nicht zu ihr durch.

Um zehn nach drei wurde die Tür aufgerissen und eine sehr große Frau kam rein. Kein Hallo, nix. Plötzlich trötete Bibi los „Mamaaaaa!“

Innerlich war ich kurz vorm heulen.

Königin Mutter hörte dem wasserfallartigen Geplapper ihrer Tochter zu und ignorierte meine Bitte um etwas mehr Ruhe so stoisch wie ihre Tochter. Sie räumte Bibis Sachen in die Tasche, schwang sich den Ranzen auf die Schulter und beide verschwanden ohne Tschüss aus der Tür.

Mahlzeit!

Da Bibi erst in die fünfte Klasse geht wird sie mir noch lange erhalten bleiben und uns mit allerlei Geschichten versorgen.

Ich wünsche mir und auch euch einen ruhigen Abend ;0)

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