Monatsarchiv: September 2013

Heidi hat Stress

Die arme Heidi! Kam mit Gefolge reingerauscht und sollte was über Primzahlen herausfinden. Bei einem Rundgang sah ich das sie folgenden Begriff bei Google eingegeben hatte „ale brimenzahlen“. Tief durchatmen, kurz nachfragen und einen kleinen Verbesserungsvorschlag gemacht wie man die Suche optimieren könnte.

Die drei Damen landeten schlussendlich auf Wikipedia. Das könnte helfen. Allerdings sah ich dass Madame Heidi den Mauszeiger in Richtung Druckersymbol wandern lässt. Nix da! Die sollen kurz was recherchieren und drucken ganze Wikipediaartikel aus die 18 Seiten oder länger sind und nehmen dann nur das erste Blatt mit. Ausserdem steht dick an jedem Rechnerplatz dass man vor dem Drucken Bescheid geben soll (aus oben genanntem Grund).

Heidi meinte sie brauche aber alles. Auf meine Nachfragen hin brauchte sie dann doch nur den ersten Absatz. Stellte sich dann noch völlig genervt und dumm beim reinkopieren dieser 5 Sätze in ein Worddokument. Ich blieb hart und so wurden das Blatt dann auch ausgedruckt. Sie überredete eine Freundin danach noch mehr auszudrucken ohne zu fragen und als ich dazu kam die Gruppe zu fragen was sie drucken waren schon 4 unnötige Seiten verschwendet. Daraufhin beschuldigten sie sich gegenseitig gedruckt zu haben blablabla.

Meinerseits nun genervt bekamen sie ein Druckverbot. Sie arbeiteten dann noch ein wenig und wollten dann gehen. Ich schaute auf den Arbeitsblatt und machte sie auf liegengebliebenes Papier aufmerksam das doch bitte mitgenommen werden sollte. Nachdem sie wieder rumgezankt hatten wer das wegmachen sollte waren sie endlich weg.

Ich startete wieder einen kleinen Rundgang und sah dass die Damen noch mehr Papier am Rechner haben rumliegen lassen. Ich rief also die Nachmittagsbetreuung an (da ich weiß dass sie alle drei in der Theater-AG sind und die erst um 14:45 Uhr losgeht. Die Zeit bis dahin verbringen sie in der Betreuung) um zu sagen dass die Grazien bitte ihren Arbeitsplatz aufräumen sollen.

Zwei Minuten später kommen sie rein und es wird erstmal losgemeckert was sie denn „nun schon wieder“ getan hätten. Ich verwies sie darauf das der Arbeitsplatz aufgeräumt und sauber zu hinterlassen ist.

Sie fanden es dann doch etwas kleinlich und unfair das sie gerufen wurden um die drei Blätter Papier wegzuräumen.

Ich verwies sie auf die Bibliotheksregeln und das ich nicht hinter ihnen her räume.

Heidi kicherte noch geziert und feuerte demonstrativ fest ihren kleinen Papierball in den Mülleimer – nun hatte sie es mir aber gezeigt!

Und da sie ihre Dementor-Freundin Bibi nicht dabei hatte habe ich nichtmal das Bedürfnis nach Schoki – also Kalorien gespart!

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Drei neue Supernerds

Liebe Leser, da es lange Zeit schien dass die Gattung Supernerd ausgestorben ist, kann ich euch frohe Kunde bringen: Ich habe wieder drei Supernerds in schöner Regelmäßigkeit in meinen Hallen.

Sie unterscheiden sich von den früheren Supernerds aber in dem Punkt dass sie scheinbar merken wenn sie zu sehr nerven.

Supernerd 1 ist ein Minecraft-Junkie. Fürchterlich süchtig muss er sich in der kleinen Pause zumindest Bilder von Gebäuden, Hügeln oder sonst was verpixeltes anschauen. Er ist immer leicht verlottert gekleidet, verströmt einen unangenehmen Geruch, hat lange, ungepflegtes Haar, gleiches gilt für seine Fingernägel.

Er steht schon freiwillig vom Rechnerarbeitsplatz auf wenn ich einen Rundgang mache da ich ihn sowieso rauswerfe. Denn er hat die Ansage bekommen, noch einmal Minecraft, Klassenbucheintrag.

Supernerd 2 ist recht angenehm, solange man ihn nicht zu dem Thema befragt welches er gerade recherchiert. Man bekommt Vorträge über Gauß, Leben auf dem Mars oder Infraschall.

Supernerd 3 hält auch Vorträge, allerdings ungefragt und er hat die Angewohnheit viel zu kurzen Pullover oder Hosen zu tragen. Er gehört zudem noch in die Gruppe „gruselige Kinder“ da er oftmals einfach nur auf einem Stuhl sitzt und andere Leute minutenlang anstarrt. Da läuft’s einem eiskalt den Rücken runter.

Mal sehen wie die drei sich anstellen und ob sie würdige Nachfolger der letzten Supernerds werden.

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Quietschende Leseratten und Schokisucht

Ich kam extra früh zur Arbeit, ging ins Sekretariat und schleppte die Kiste (gefühlte 500 kg – mindestens!) in die Bibliothek. Doch ich wurde scheinbar gesehen. Pünktlich zur ersten großen Pause wurde die Bibliothek von Leseratten gestürmt die druckfrische Seiten auf den Fluren gerochen hatten. Um wenigstens annähernd das Chaos zu beherrschen das auszubrechen drohte legte ich die neuen Bücher aus und einen Zettel auf jedes Buch. Dort konnten sich die Lesewilligen eintragen und die Bücher bekamen dann sofort Vormerkungen sobald sie bearbeitet wurden.

Natürlich wurde bei einigen Büchern gequitscht und geknobelt wer es denn nun zuerst haben darf. Der Renner war  „Silber“ aber auch „Plötzlich Fee“, „Eighteen Moons“, „Warrior Cats“ und „Mythos Academy“. Leider waren mal wieder fast nur Mädels dabei was mich immer wieder grübeln lässt. Wie kriege ich mehr Jungs in die Bibliothek gelockt?

Des weiteren hat mich Bibi wieder mit einem Besuch erfreut. Leider taucht sie nun immer in Begleitung einer nicht weniger nervigen Freundin auf. Nennen wir sie einfach Heidi 😉

Diese beiden strapazieren meine Nerven dermaßen dass ich nach ihrem Besuch meist was schokoladiges brauche. Vllt. haben sie eine ähnliche Wirkung wie die Dementoren aus den Harry Potter Büchern. Die Nebenwirkungen dieser Viecher liesen sich doch auch mit Schokolade lindern.

Es ging darum, dass das Seelenheil von Heidi davon abhing Twillight (*würg*) zu lesen. Leider ist Heidi erst 11 und die Bücher sind hier erst mit 14 Jahren ausleihbar. Sie wurde dann leicht sauer und begann zickig zu werden. Ich sagte ihr dass die Möglichkeit besteht von den Eltern ein Schreiben zu bringen auf dem vermerkt ist dass Heidi Bücher ab 14 Jahren lesen darf oder dass sie die Twilligtbücher (*würg*) lesen darf. Das besänftigte sie und sie wollte am nächsten Tag wieder kommen.

Am nächsten Tag kamen beide Damen wieder, wollten Twillight (*würg*) aber hatten keiner Erlaubnis. Ich begann meinen Monolog vom Vortag da wurde ich von Heidi unterbrochen.

„Ich habe Ihnen aber schon einen Zettel gebracht!“

„Aha? Und wann?“

„Vllt. war es auch bei ihrer Kollegin oder ihrem Kollegen…genau.“

„Also gut, ich war gestern bis Feierabend hier und bin seit der ersten Stunde heute morgen in der Bibliothek. Auf deinem Konto ist seit gestern auch nichts vermerkt worden.“

Nun schaltete sich Bibi ein.

„Ich habe auch nen Zettel abgegeben! Dann leihe ich das Buch halt aus.“

Ich öffnete Bibis Konto, kein Vermerk darüber das ihre Eltern ihr Bücher ab 14 erlauben.

„Hier steht leider nichts, es tut mir leid. Ihr dürft das Buch nicht mitnehmen.“

„Dann haben Sie den Zettel verloren! Ich habe den schon drei Mal abgegeben!“ Zeter, Zick, Brüll, Aufreg, Aufstampf

Heidi behauptete nun auch sie hätte schon mindestens zwei Mal einen Zettel abgegeben und ich könnte sie ja nicht leiden.

Das stimmt zwar aber deswegen verweigere ich doch keinem ein Buch – sagte ich ihr aber natürlich nicht 😉

Nun wurde ich auch etwas lauter und bestimmter und erklärte die Diskussion für beendet. Ohne Erlaubniszettel kein Buch, fertig.

Ich schickte die beiden Hühner raus und hatte sofort das Bedürfnis mir etwas schokoladiges zu gönnen.

Unglaublich auf welche Gedanken die beiden kommen!

Später am Tag schaute eine Erzieherin der Nachmittagsbetreuung in der Bibliothek vorbei und suchte nach Bibi und Heidi. Sie war etwas besorgt ein Bibi wohl einen Ausraster bekommen  und in einer Klasse rumgetobt hat. Das passiere bei ihr öfter und sie wäre heute leicht reizbar.

WTF?!?

Ich freue mich schon auf den Tag an dem Bibi hier reingerauscht kommt um wegen Mahngebühren zu diskutieren. Vllt. ist sie an diesem Tag ja weniger reizbar und ich muss sie nicht im Polizeigriff sichern bis ein geeigneter Pädagoge oder ein paar muskelbepackte Herren mit einer Zwangsjacke kommen.

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Neustart ;)

Sooooooooo, nach langer Zeit mal wieder da und bereit durchzustarten.

Der Dornröschenschlaf der Bibliothek und auch meines Blogs sind überstanden 🙂

Meinen treuen Lesern schonmal danke für die Geduld und den Neulesern ein herzliches Willkommen.

Ich hatte viel zu tun in meinen Hallen der Bildung und bin leider durch meine neugierige Ader auf einen völlig vergessenen „Schatz“ gestoßen. In meiner Unbedarftheit erbot ich mich „ein paar Spenden die mal eingetroffen sind“ anzunehmen.

Da saß ich nun, umgeben von Bergen vergilbtem leicht riechendem Papier…..Nostalgie pur! Es erinnerte mich an meine Ausbildung in einer sehr großen Bibliothek wo ich ständig ältere und alte Bücher vor der Nase hatte. Leider konnte ich mit den Schätzen nichts anfangen. Es mag manche von euch schmerzen aber heutzutage liest kein Mensch mehr Hanni und Nanni und Krimititel aus den 70ern gehören nun wirklich nicht in eine Schulbibliothek.

Aber keine Sorge, noch sind die Bücher nicht im Altpapier. Sie bekommen noch eine Chance auf dem Adventsmarkt der Schule. Ich werde einen kleinen Verkaufsstand aufbauen und mit dem Erlös kommen wir sicher unserer Leseecke näher. Wobei ich gleich beim nächsten Thema wäre – Schulleitung. Die alte Schulleitung lehnte eine Leseecke kategorisch ab.

Und seit einer klärenden Besprechung kann ich folgendes sagen:

Die neue Schulleitung hat einen Sinneswandel vollzogen. Es ist wirklich kaum zu glauben. In einer Notsituation wurde mit schnell und unbürokratisch geholfen und Kampfzwerg Nr. 2 durfte in die hier integrierte KiTa für einen Tag und als es ihm nicht gefallen hat war es kein Problem dass er in der Bibliothek „mithelfen“ konnte. An dem besagten Tag durfte ich auch früher nach Hause. Erst war ich misstrauig aber den ganzen Sommer über blieb es bei einer freundlichen, respektvollen Art der Schulleitung gegenüber den Mitarbeitern. Die Bibliotheksregeln wurden zusammen mit der Schulleitung geändert und wir können uns nun auf die Rechner aufschalten die wir von der Theke aus nicht einsehen können. Insgesamt wurde es uns erleichtert für Ruhe und Ordnung zu sorgen, Leseecke, ja gerne und  was soll ich sagen – es macht sehr viel mehr Spaß als es vorher machte.

Dadurch dass ich aber zwischendurch fleißig Bibliotheksgeschichten in mein Notizbuch geschrieben habe wird es auch erstmal nicht schwer wieder regelmäßig zu posten.

Ich freue mich schon drauf ;0)

 

 

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