Monatsarchiv: November 2013

Bibi hat’s drauf

Während eines Rundgangs schlich sie sich rein.

Plötzlich quäkt es aus einer Ecke „Ähm, ich brauche Hilfää!“ Reflexartig bekam ich eine Gänsehaut und überlegte ob ich noch irgendwo Schokolade hatte. Ich atmete kurz durch und machte mich auf den Weg zum Rechner an dem Bibi saß.

Auf halbem Weg kam sie mir schon entgegen, wie immer mit ihrem nicht vorhandenen Gespühr für den nötigen Abstand, kam sie mir wieder in meine Komfortzone. 10 cm Abstand sind definitv zu wenig. Ich versuchte mich etwas größer zu machen und sie damit auf Abstand zu halten. Mit was werden die Kinder denn gefüttert das sie in der 6. Klasse annähernd so groß sind wie ich?

„Der Computer geht nicht und alles dauert so lang und das nervt“

„Zeig mir bitte mal an welchem Rechner du sitzt und dann schaue ich mir das mal an“

Als ich am Rechner ankam bot sich mir ein mehr als seltsames Bild. Ganze 43 mal war der Internetexplorer offen und der arme Rechner völlig überlastet und überfordert.

Bibi klickte dann noch munter schnell 10 Mal auf den Explorer „Sehen Sie?“

Wtf?

„Warum drückst du denn so oft auf den Explorer?“

„Na, das ging halt nicht sofort auf. Auf meinem IPad geht das immer schneller.“

Tief einatmen! Nicht ausflippen! Ganz ruhig! Zur Not gibts Schokolade am Automat!

Ich erklärte ihr das sie schon etwas Geduld haben müsste und verzichtete darauf den Rechner per Knopfdruck zu erlösen sondern sagte Bibi sie solle nun warten bis der Rechner reagiert und dann müsse sie alle überflüssigen Fenster schließen.

Ein leise kichernder Oberstufenschüler meinte zu mir er würde ihr dabei helfen und mit ein kleinen Lächeln ging ich zurück zu meiner Theke.

Bibi hat’s halt voll drauf – die Kampfbibliothekarin aber auch.

Schokolade habe ich übrigens dann doch nicht gebrauch.

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Fettnäpfchen

Ein Schüler geht an der Theke vorbei und hat ein wunderbares Federmäppchen unterm Arm. Es sah aus wie ein gerupftes, totes Huhn. Ich war ganz angetan davon und sprach ihn darauf an wo er dieses Hühnermäppchen her hat.

Der Arme wurde ganz rot im Gesicht und schaute mich sehr wütend an.

„Das ist ein Drache und den habe ich selbst genäht!“

 

Upppppssss!

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GENau du – weiter geht’s!

Da ich schon seit einigen Jahren registriert bin nutze ich die Gelegenheit hier mal für dieses tolle Projekt Werbung zu machen. Der Aufwand ist minimal und eine Spende ist schmerzfreier als man glauben mag. Also registrieren und Held sein im Kampf gegen Krebs!

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Hypochondrische Ängste

Heute erlebt ihr die Kampfbibliothekarin mal ängstlich, eingeschüchtert, verwundbar!

Es geht um fiese Bakterien, Viren, Dreck, Baaaaaaaah!

Ich gebe es zu, ich ekel mich vor ausgeliehenen Büchern. Bibliotheken sind ein toller Ort, die Atmosphäre, der Duft aber spätestens wenn ich mir nach einem Tag in der Bibliothek die Hände wasche und ich die Brühe sehe drängt sich der ein oder andere hypochondrische Gedanke in mein Hirn.

Ich kann kein ausgeliehenes Buch in meinem Bett lesen, es ei denn ich lese das Buch das mein Mann, meine Schwiegermutter oder meine beste Freundin mir gegeben haben. Das geht noch. 

Es mag mit einem weit zurückliegenden Praktikum in einer Stadtbibliothek zusammenhängen. In der einen Woche fand ich Krümel, ein fast aufgegessenes Croissant, einen dicken Batzen Nutella, Sand, drei zerquetschte Fliegen oder Spinnen (so genau lies sich das nicht feststellen), Flusen von denen ich nicht wissen wollte woher sie kamen, an Seiten geschmierte Popel, einen 500 DM-Schein (okay, das war weniger schlimm) und das absolute Highlight war ein gebrauchtes Kondom. Es war die Hölle! Es war so widerlich!

Ein wenig entschädigt wurde ich aber durch den Anruf bei dem Herrn der das Buch ausgeliehen hatte. Er musste es natürlich ersetzen. Es herrschte eine absolute Stille am anderen Ende der Leitung. Nach gefühlten 10 min wollte er die ISBN haben und er kam am nächsten Tag mit hochrotem Kopf und einem neuen Exemplar in die Bibliothek und entschuldigte sich kleinlaut. Er tat mir fast ein bisschen leid, fast 😉

Noch ein Grund warum ich mein Kindle so sehr mag. Und bitte nun keine Argumente für Printmedien. Es IST schön ein Buch das erste Mal aufzuschlagen und daran zu schnuppern, keine Frage, aber mein Kindle darf auch zu mir ins Bett und auf meinem Kopfkissen liegen 😉

Nun gehe ich mir mal die Hände waschen und wünsche euch einen wundervollen Tag 

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