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Quietschende Leseratten und Schokisucht

Ich kam extra früh zur Arbeit, ging ins Sekretariat und schleppte die Kiste (gefühlte 500 kg – mindestens!) in die Bibliothek. Doch ich wurde scheinbar gesehen. Pünktlich zur ersten großen Pause wurde die Bibliothek von Leseratten gestürmt die druckfrische Seiten auf den Fluren gerochen hatten. Um wenigstens annähernd das Chaos zu beherrschen das auszubrechen drohte legte ich die neuen Bücher aus und einen Zettel auf jedes Buch. Dort konnten sich die Lesewilligen eintragen und die Bücher bekamen dann sofort Vormerkungen sobald sie bearbeitet wurden.

Natürlich wurde bei einigen Büchern gequitscht und geknobelt wer es denn nun zuerst haben darf. Der Renner war  „Silber“ aber auch „Plötzlich Fee“, „Eighteen Moons“, „Warrior Cats“ und „Mythos Academy“. Leider waren mal wieder fast nur Mädels dabei was mich immer wieder grübeln lässt. Wie kriege ich mehr Jungs in die Bibliothek gelockt?

Des weiteren hat mich Bibi wieder mit einem Besuch erfreut. Leider taucht sie nun immer in Begleitung einer nicht weniger nervigen Freundin auf. Nennen wir sie einfach Heidi 😉

Diese beiden strapazieren meine Nerven dermaßen dass ich nach ihrem Besuch meist was schokoladiges brauche. Vllt. haben sie eine ähnliche Wirkung wie die Dementoren aus den Harry Potter Büchern. Die Nebenwirkungen dieser Viecher liesen sich doch auch mit Schokolade lindern.

Es ging darum, dass das Seelenheil von Heidi davon abhing Twillight (*würg*) zu lesen. Leider ist Heidi erst 11 und die Bücher sind hier erst mit 14 Jahren ausleihbar. Sie wurde dann leicht sauer und begann zickig zu werden. Ich sagte ihr dass die Möglichkeit besteht von den Eltern ein Schreiben zu bringen auf dem vermerkt ist dass Heidi Bücher ab 14 Jahren lesen darf oder dass sie die Twilligtbücher (*würg*) lesen darf. Das besänftigte sie und sie wollte am nächsten Tag wieder kommen.

Am nächsten Tag kamen beide Damen wieder, wollten Twillight (*würg*) aber hatten keiner Erlaubnis. Ich begann meinen Monolog vom Vortag da wurde ich von Heidi unterbrochen.

„Ich habe Ihnen aber schon einen Zettel gebracht!“

„Aha? Und wann?“

„Vllt. war es auch bei ihrer Kollegin oder ihrem Kollegen…genau.“

„Also gut, ich war gestern bis Feierabend hier und bin seit der ersten Stunde heute morgen in der Bibliothek. Auf deinem Konto ist seit gestern auch nichts vermerkt worden.“

Nun schaltete sich Bibi ein.

„Ich habe auch nen Zettel abgegeben! Dann leihe ich das Buch halt aus.“

Ich öffnete Bibis Konto, kein Vermerk darüber das ihre Eltern ihr Bücher ab 14 erlauben.

„Hier steht leider nichts, es tut mir leid. Ihr dürft das Buch nicht mitnehmen.“

„Dann haben Sie den Zettel verloren! Ich habe den schon drei Mal abgegeben!“ Zeter, Zick, Brüll, Aufreg, Aufstampf

Heidi behauptete nun auch sie hätte schon mindestens zwei Mal einen Zettel abgegeben und ich könnte sie ja nicht leiden.

Das stimmt zwar aber deswegen verweigere ich doch keinem ein Buch – sagte ich ihr aber natürlich nicht 😉

Nun wurde ich auch etwas lauter und bestimmter und erklärte die Diskussion für beendet. Ohne Erlaubniszettel kein Buch, fertig.

Ich schickte die beiden Hühner raus und hatte sofort das Bedürfnis mir etwas schokoladiges zu gönnen.

Unglaublich auf welche Gedanken die beiden kommen!

Später am Tag schaute eine Erzieherin der Nachmittagsbetreuung in der Bibliothek vorbei und suchte nach Bibi und Heidi. Sie war etwas besorgt ein Bibi wohl einen Ausraster bekommen  und in einer Klasse rumgetobt hat. Das passiere bei ihr öfter und sie wäre heute leicht reizbar.

WTF?!?

Ich freue mich schon auf den Tag an dem Bibi hier reingerauscht kommt um wegen Mahngebühren zu diskutieren. Vllt. ist sie an diesem Tag ja weniger reizbar und ich muss sie nicht im Polizeigriff sichern bis ein geeigneter Pädagoge oder ein paar muskelbepackte Herren mit einer Zwangsjacke kommen.

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Vergnügungstipp Nr. 6

Nach ewig langer Zeit wieder ein Vergnügungstipp für die Bibliothekare im Alltagstrott ;0)

Angeregt durch ein Kommentar von der fleißigen Leserin Mara.

Auf die Frage „Boah, soviele Bücher, haben Sie die alle gelesen?“ einfach völlig ernst und trocken sagen.

„Klar! Los, nimm ein Buch aus dem Regal und schlag ne Seite auf. Ich zitiere dir dann jeden belieben Satz!“

Ernst genug rübergebracht verunsichert das die armen Schüler dermaßen dass sie es ohne zu kontrollieren glauben.

Aber Vorsicht! Klappt leider nur bei Grundschülern . macht trotzdem Spaß ;0)

Habe ich bisher aber auch erst drei Mal in der Form gemacht und auch nur bei etwas nervigen Kinderlein.

 

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Goldig, putzig, einfach Awwwwwww

Ich liebe meine kleinen Fünftklässler. Die sind dermaßen niedlich!

Einen habe ich schon jetzt tief ins Herz geschlossen.

Zugegeben er ist ein kleiner Unglücksrabe aber er wird mir hoffentlich lange erhalten bleiben.

Beim Reinkommen bleib sein Rucksack am Türgriff hängen und er fiel erstmal hin. Kaum hatte er sich befreit fing er an die Bücherregal zu durchforsten. Ständig fiel ein Buch raus, runter oder um. Er stellte sie schnell wieder hin und meinte dass passiert ihm in der Stadtbücherei auch ständig. Den Stapel mit den auserwählten Büchern brachte er allerdings unfallfrei an die Theke.

Leider hatte er sich ein paar Bücher ausgesucht die erst ab 12 oder 14 waren und da er erst 10 ist und wir erst eine Erlaubnis der Eltern(schriftlich oder telefonisch) einholen bevor die Kinder Bücher über ihre Altersklasse hinaus ausleihen dürfen erklärte ich ihm das.

Er brauche keine Einwilligung meinte er dann und dann kam der Satz der mir ein innerliches „Awwwwwww“ entlockte.

„Die Bibliothek ist so schön und es gibt soviele tolle Bücher. Ich habe ja noch 8 Jahre Zeit alle zu lesen. Ich lese die nächsten zwei Jahre dann einfach alle Bücher bis 12 Jahre. Ist schon okay.“

Der ist so herzig!

Die anderen sind auch total süß. In den großen Pausen sind fast alle Plätze besetzt mit kleinen Leseratten und ich hoffe dass ein paar davon bis zum Abi regelmäßig vorbeischauen. Denn darum gehts, Kindern Literatur näher zu bringen und sie träumen lassen.  Und das ist der gelegentliche Stress sicherlich wert.

 

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Meine Mädels

Nun habe ich ganz versäumt euch meine Mädels mal vorzustellen. „Die Mädels“ ist eine Gruppe Leseratten im Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Sie sind immer und ständig auf der Suche nach dem nächsten Buch. Heute kamen die 4 also in die Bibliothek gestürmt und gaben ihre Bücher ab. Als ich dann mit unauffälligen Kopfbewegungen auf das Regal mit den Neuerwerbungen deutete brach ein Begeisterungssturm los der Kyrill alle Ehre gemacht hätte. Laut quitschend stürzten sie sich auf die Thriller, Vampirbücher und (ganz neu und furchtbar hipp) Dämonen-Engel-Liebesgeschichten (Drama, Drama, Drama). Es wurden Klappentexte gelesen, Cover bewundert, Bücher wurden hin udn her gereicht, ausgetauscht und um eins wurde gezankt bis ich sie dazu verdonnerte Schnick-Schnack-Schnuck zu spielen.

Diese 4 Mädels sind echt ein Phänomen das seinesgleichen sucht. Immer gut gelaunt und wild am erzählen. Da wird man mal in ein Gespräch über ein Buch verwickelt mit den Worten „Was ist denn ihre Meinung dazu. Sie sind doch Profi.“ Leider muss ich bei Twillight passen. Ich habe mich durchs erste Buch gequält und es dann unterlassen die Folgebände zu lesen. Eine davon ist haarscharf davor ein Nerd zu werden. Hat sie sich doch in den Ferien ihren dritten Zauberstab bestellt. Sie sammelt die Zauberstäbe ihrer Lieblingsfiguren der Harry Potter Romane. Ganz überrascht war ich dann heute morgen als sie es erzählte und plötzlich aus einer Regalreihe eine sonst arg schüchterne Schülerin hervor kam und direkt ein Fachgespräch über die Zauberstäbe anfing. Das Gespräch war zwar etwas surreal aber irgendwie auch niedlich.

Die vier Damen gaben ihre Bücher zurück die sie über die Ferien gelesen hatten. Nicht ohne mir zu sagen dass eines der Bücehr die ich empfohlen hatte total schlecht war. Tzööööööö, also ehrlich! Der Anfang war so komisch. Böse Kampfbibliothekarin!!!!! (da reicht nicht nur ein ! um der Empörung gerecht zu werden).

Ich besänftigte sie mit einem Duplo, welches es ja bei einer schlechten Empfehlung gibt und die Gewitterwolken verzogen sich wieder.

Ich liebe die Mädels und freue mich immer wenn sie reinschneien – obschon sie bisweilen wirklich überfallartige Züge haben.

Ich erinnere mich als sie mal letztes Jahr nach den Ferien reinkamen um zu schauen welche Bücher neu im Regal stehen. Es war das übliche Gequitsche und Gewusel vorm Regal, sie stürmten die Theke und plapperten aufgeregt übers letzte Buch und verschwanden dann blitzartig. Zurück blieb eine sehr leise Bibliothek und zwei völlig fassungslose Sechstklässer. Der eine schaute seinen Kumpel entgeistert an und fragte leise „Was war denn das?“

Tja, das sind DIE MÄDELS

 

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Lesefutter

Man merkt dass die Ferien unmittelbar bevorstehen. Alle kommen sie an und decken sich ein. Ich habe heute sage und schreibe 87 Bücher rausgegeben.

Eine Schülerin kam mit einem riesigen Stapel zur Theke, es war wie in einem Comic. Der Bücherturm wankte und das Mädel versuchte krampfhaft zu verhindern dass die Bücher nicht auf dem Boden landen. Sie besah sich den Stapel, zählt kurz „Uff, 12 Bücher. Aber die Ferien sind ja auch lang.“ sie nickte entschieden, ich fing an die Bücher zu verbuchen. Ihre Freundin kam mit einem Stapel der nur 10 Bücher umfasste an die Theke gewankt.

„Du hast ja auch soviele Bücher“, beide wirkten plötzlich etwas nachdenklich.

„Wir sind schon etwas langweilig, oder“ „….“

Plötzlich blickten die beiden mich an „Finden Sie uns langweilig?“

„Öhm, ich finde lesen nie langweilig“

„Klar, Sie sind ja auch Bibliothekarin“

„Stimmt, aber bei dem Wetter kann man halt nicht jeden Tag ins Freibad und niemand zwingt euch zum lesen. Die Bücher ketten euch doch nicht ans Haus.“

„Aber die sind so spannend und ich habe mir gleich die ganze Serie (House of night) ausgeliehen….so spannend“

„Na siehst du. Genießt einfach die Ferien und macht nur was euch Spaß macht. Wenn euch nach lesen ist, schnappt euch ein Buch, wenn ihr raus wollt geht ihr raus. Genießt den Sommer!“

„Wissen Sie was? Sie haben recht! Es sind unsere Ferien und wir machen was uns gefällt!“

Die beiden packen die Bücher ein und gehen plappernd raus, ich schnappe den Satz auf „……egal was die anderen sagen. Ich finde die Bücher gut und werde ein paar Nächte nur lesen. Das ist nicht langweilig“, und bleibe etwas nachdenklich zurück.

Ich verbrachte auch viele Ferien damit zu lesen bis mir morgens in der Frühe die Augen zufielen, keiner meiner Freunde sagte mir ich sei langweilig weil ich auf diese Weise meine Ferien verbrachte.

Ich hatte mir auch diesbezüglich nie Gedanken gemacht.

Ich wünsche den beiden auf alle Fälle schöne Ferien und hoffe sie haben eine tolle Zeit. Sie wollen die Bücher untereinander auch tauschen und sich zum lesen treffen. Ich finde das klingt gut, zumal der Sommer dieses Jahr Parker trägt ;0)

 

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